Glossar

Rentenniveau: was die 48 % wirklich bedeuten

Das Rentenniveau, im Gesetz Sicherungsniveau vor Steuern, ist das Verhältnis einer Standardrente nach 45 Jahren Durchschnittsverdienst zum durchschnittlichen Arbeitsentgelt, beide nach Sozialabgaben und vor Steuern (§ 154a SGB VI). 2026 beträgt es 48,0 %; bis zum 1. Juli 2031 darf es nicht darunter fallen.

Auch: Sicherungsniveau vor Steuern · Haltelinie · Standardrentenniveau

Das Rentenniveau ist die meistzitierte Zahl der Rentenpolitik und eine der am häufigsten missverstandenen. Es sagt nicht, wie viel Prozent deines Gehalts du als Rente bekommst. Es vergleicht eine gedachte Standardrente mit einem gedachten Durchschnittslohn. Stand: Oktober 2026.

Wie es berechnet wird

Das Gesetz spricht vom „Sicherungsniveau vor Steuern“ (§ 154a SGB VI):

Rentenniveau = verfügbare Standardrente ÷ verfügbares Durchschnittsentgelt

  • Standardrente: die Regelaltersrente mit 45 Entgeltpunkten, also nach 45 Jahren mit genau dem Durchschnittsverdienst.
  • Verfügbar heißt: nach Abzug der Sozialbeiträge, aber vor Steuern. Bei der Rente sind das der Rentneranteil an Kranken- und Pflegeversicherung, beim Lohn der Arbeitnehmeranteil am Gesamtsozialversicherungsbeitrag.

Mit dem Rentenwert von 42,52 € seit Juli 2026 beträgt die Standardrente 45 × 42,52 € = 1.913,40 € brutto im Monat. Nach Kranken- und Pflegeversicherung (7,3 % + 1,45 % + 3,6 %) bleiben 1.677,10 € vor Steuern.

Die aktuellen Werte

  • 2026: 48,0 %, laut Deutscher Rentenversicherung.
  • Haltelinie: Bis zum Ablauf des 1. Juli 2031 muss der Rentenwert so angehoben werden, dass das Niveau mindestens 48 % beträgt (§ 255e SGB VI). 2026 hat das gegriffen: Ohne Haltelinie wären die Renten um 4,05 % statt 4,24 % gestiegen.
  • Danach: Der Rentenversicherungsbericht 2025 der Bundesregierung rechnet mit 46,3 % im Jahr 2039. Das ist eine Modellrechnung, keine Festlegung.
  • 2027: Die Rentenanpassung zum 1. Juli 2027 ist noch nicht festgelegt.

Was das Rentenniveau nicht sagt

  • Nicht dein Anteil am Gehalt. Wer 35 statt 45 Jahre einzahlt, kommt beim Durchschnittsverdienst auf 35 × 42,52 € = 1.488,20 € statt 1.913,40 €. Wer mehr als den Durchschnitt verdient, bekommt mehr Punkte, aber höchstens bis zur Beitragsbemessungsgrenze.
  • Nicht netto. Die Steuer ist nicht abgezogen. Wie viel Steuer anfällt, hängt vom Jahr des Rentenbeginns und den übrigen Einkünften ab.
  • Kein Hinweis auf sinkende Renten. Ein sinkendes Niveau heißt, dass Renten langsamer steigen als Löhne, nicht dass sie in Euro sinken. Der Rentenversicherungsbericht 2025 erwartet bis 2039 insgesamt rund 47 % höhere Renten, im Schnitt etwa 2,8 % pro Jahr.

Beispiel: was ein Prozentpunkt bedeutet

Bei 1.913,40 € Standardrente und 48 % entspricht ein Prozentpunkt Rentenniveau etwa 1.913,40 € ÷ 48 = 39,86 € Monatsrente brutto. Läge das Niveau bei 46,3 % statt 48 %, wären es bei sonst gleichen Löhnen rund 68 € weniger im Monat für die Standardrente.

In der Planung

Für deinen Plan zählt deine eigene Rente, nicht das Niveau. Rechne mit deinen Entgeltpunkten und einer vorsichtigen Annahme, wie stark der Rentenwert nach 2031 im Verhältnis zu den Löhnen steigt. Der Rentenlücke-Rechner rechnet deine Rente in heutiger Kaufkraft und zeigt die Rentenlücke, die bleibt.

Mit deinen Zahlen rechnen

Weiterlesen

Quellen