Ratgeber / Länderratgeber

Rentenerhöhung 2027: Was feststeht und was sie in Euro bedeutet

Die Erhöhung für 2027 wird erst im Frühjahr 2027 festgelegt. Es gibt eine amtliche Modellrechnung, und jede Erhöhung ist voll steuerpflichtig, weil der Rentenfreibetrag fest ist.

Zum 1. Juli 2026 sind die gesetzlichen Renten um 4,24 Prozent gestiegen. Wie hoch die Rentenerhöhung 2027 ausfällt, steht noch nicht fest. Es gibt eine amtliche Modellrechnung, aber den tatsächlichen Wert legt die Bundesregierung erst im Frühjahr 2027 fest.

Dieser Ratgeber erklärt, wie die jährliche Rentenanpassung funktioniert, was für 2027 bekannt ist und was eine Erhöhung für eine Rente von 1.500 Euro brutto in Euro bedeutet, nach Kranken- und Pflegeversicherung und mit Blick auf die Steuer. Stand: 25. Oktober 2026.

1. Das Wichtigste

  • Seit 1. Juli 2026 ist ein Rentenpunkt 42,52 Euro im Monat wert, 4,24 Prozent mehr als vorher.
  • Für den 1. Juli 2027 gibt es nur eine Modellrechnung aus dem Rentenversicherungsbericht 2025: 44,32 Euro. Sie beruht auf einem angenommenen Ausgangswert, der niedriger war als der tatsächliche.
  • Der verbindliche Wert für 2027 wird im Frühjahr 2027 bekanntgegeben.
  • Bis einschließlich 1. Juli 2031 sichert die Haltelinie ein Rentenniveau von mindestens 48 Prozent.
  • Die Erhöhung ist voll steuerpflichtig, weil der steuerfreie Teil der Rente als Eurobetrag festgeschrieben ist.

2. Wie die Rentenanpassung funktioniert

Deine Monatsrente ergibt sich vereinfacht aus deinen Entgeltpunkten mal dem aktuellen Rentenwert. Die Entgeltpunkte stehen beim Rentenbeginn fest; der Rentenwert ändert sich jedes Jahr zum 1. Juli. Seit Juli 2023 gilt er in Ost und West gleich.

Die Formel in § 68 SGB VI hat drei Bausteine. Der wichtigste ist die Lohnentwicklung des Vorjahres: Steigen die Löhne, steigen die Renten. Der Beitragssatzfaktor dämpft die Erhöhung, wenn der Rentenbeitrag steigt. Der Nachhaltigkeitsfaktor dämpft sie, wenn auf einen Beitragszahler mehr Rentnerinnen und Rentner kommen. Eine Senkung des Rentenwerts schließt das Gesetz aus.

Dazu kommt die Haltelinie: Das Rentenniveau vor Steuern darf nicht unter 48 Prozent fallen. Ergibt die Formel weniger, wird der Rentenwert so weit angehoben, dass die 48 Prozent erreicht werden. Das Rentenpaket 2025, BGBl. 2025 I Nr. 362, hat diese Regel bis zur Anpassung am 1. Juli 2031 verlängert. Die Mehrkosten trägt der Bundeshaushalt.

3. Die Rentenerhöhung 2026

Zum 1. Juli 2026 stieg der aktuelle Rentenwert von 40,79 auf 42,52 Euro, ein Plus von 4,24 Prozent. Rechtsgrundlage ist die Rentenwertbestimmungsverordnung 2026 vom 16. Juni 2026. Nach Angaben der Deutschen Rentenversicherung hätte die Formel ohne Haltelinie nur 4,05 Prozent ergeben, also 42,44 Euro. Die Haltelinie hat 2026 damit bereits gewirkt.

Aktueller Rentenwert je Entgeltpunkt und Monat.
AbRentenwertErhöhung
1. Juli 202439,32 €–
1. Juli 202540,79 €3,74 %
1. Juli 202642,52 €4,24 %
1. Juli 2027noch offenFestlegung im Frühjahr 2027

Die Werte für 2024 und 2025 stammen aus der Pressemitteilung des Bundesarbeitsministeriums vom 6. März 2025.

4. Was für 2027 bekannt ist

Die einzige amtliche Zahl für 2027 steht im Rentenversicherungsbericht 2025, den das Kabinett im November 2025 beschlossen hat. In der mittleren Variante rechnet er für den 1. Juli 2027 mit einem Rentenwert von 44,32 Euro, einem Plus von 4,75 Prozent. Diese Rechnung ging allerdings für Juli 2026 von 42,31 Euro aus. Tatsächlich wurden es 42,52 Euro.

Misst man die 44,32 Euro am tatsächlichen Wert, entspräche das etwa 4,2 Prozent. Das ist unsere eigene Umrechnung, keine amtliche Prognose. Der Bericht selbst spricht von Modellrechnungen, und seine Varianten reichen von 43,78 bis 44,75 Euro. In den Medien kursierende Prozentwerte beruhen auf Schätzungen, nicht auf einer Festlegung.

So geht es weiter:

  1. Im November 2026 erwartet: der Rentenversicherungsbericht 2026 mit einer neuen Modellrechnung auf Basis von 42,52 Euro.
  2. Im Frühjahr 2027: Bekanntgabe der Erhöhung, wenn die Lohndaten für 2026 vorliegen. 2025 kam die Ankündigung am 6. März.
  3. Bis Juni 2027: Rentenwertbestimmungsverordnung mit Zustimmung des Bundesrats. 2026 war das am 16. Juni.
  4. Ab 1. Juli 2027: Die Renten werden mit dem neuen Rentenwert gezahlt.

5. Was das für 1.500 Euro Rente bedeutet

Eine Bruttorente von 1.500 Euro im Juni 2026 stieg zum 1. Juli 2026 um 63,60 Euro auf 1.563,60 Euro. Die Tabelle zeigt, was verschiedene Erhöhungen 2027 auf diesen Betrag ausmachen. Für Kranken- und Pflegeversicherung sind 12,35 Prozent abgezogen: die Hälfte von 14,6 Prozent allgemeinem Beitrag und 2,9 Prozent durchschnittlichem Zusatzbeitrag sowie 3,6 Prozent Pflegeversicherung, die Rentner allein tragen. Ohne Kinder ist der Pflegebeitrag höher; der Zusatzbeitrag deiner Kasse kann abweichen.

Szenarien für 2027 auf 1.563,60 Euro Bruttorente, keine Prognose.
Erhöhung 2027Plus bruttoNeue BruttorentePlus nach KV und PV
3,00 %46,91 €1.610,51 €41,11 €
4,00 %62,54 €1.626,14 €54,82 €
4,23 % (44,32 € Rentenwert)66,19 €1.629,79 €58,02 €
5,00 %78,18 €1.641,78 €68,52 €

Von den 63,60 Euro des Jahres 2026 blieben nach denselben Beiträgen rund 55,75 Euro. Ob davon noch Einkommensteuer abgeht, hängt von deinem gesamten Einkommen ab. Wie groß der Abstand zwischen Rente und Ausgaben bleibt, zeigt der Rentenlücke-Rechner.

6. Steuern: Jede Erhöhung ist voll steuerpflichtig

Bei der gesetzlichen Rente ist ein Teil steuerfrei. Dieser Rentenfreibetrag wird im Jahr nach dem Rentenbeginn als fester Eurobetrag ermittelt und gilt dann für die gesamte Laufzeit. Nach § 22 EStG führen regelmäßige Rentenanpassungen nicht zu einer Neuberechnung. Jede Erhöhung ist deshalb in voller Höhe steuerpflichtig.

Ein Beispiel: Die Rente begann 2020, der steuerpflichtige Anteil lag damit bei 80 Prozent. Im ersten vollen Rentenjahr betrug die Jahresrente 15.000 Euro, der Rentenfreibetrag also 3.000 Euro. Steigt die Jahresrente später auf 18.000 Euro, sind 15.000 Euro steuerpflichtig, also rund 83 Prozent. Wer 2026 in Rente geht, versteuert 84 Prozent, bei Rentenbeginn 2027 sind es 84,5 Prozent.

Ob tatsächlich Steuer anfällt, hängt vom zu versteuernden Einkommen ab. Der Grundfreibetrag liegt 2026 bei 12.348 Euro; für 2027 sieht ein Regierungsentwurf 12.564 Euro vor. Steigen die Renten schneller als der Grundfreibetrag, werden mehr Rentnerinnen und Rentner steuerpflichtig. Liegen deine steuerpflichtigen Einkünfte darüber, musst du in der Regel eine Steuererklärung abgeben.

7. Mütterrente III: mehr für Kinder vor 1992

Mit dem Rentenpaket 2025 bekommen Eltern für Kinder, die vor 1992 geboren sind, die gleiche Kindererziehungszeit wie für jüngere Kinder. Wer schon Rente bezieht, erhält ab 1. Januar 2027 für jedes solche Kind einen Zuschlag von 0,5 Entgeltpunkten. Beim heutigen Rentenwert sind das 21,26 Euro brutto im Monat pro Kind.

Laut Deutscher Rentenversicherung gilt der Zuschlag zwar ab 2027, ausgezahlt wird er aber erst ab 2028, mit einer Nachzahlung für 2027. Bei neuen Renten ab 2028 werden statt 30 dann 36 Monate Kindererziehungszeit angerechnet. Steigt der Rentenwert zum 1. Juli 2027, steigt auch der Wert des Zuschlags.

8. Rente im eigenen Plan

Für deine Planung zählt weniger die einzelne Erhöhung als die Frage, wie sich Rente, Ausgaben und Inflation über Jahrzehnte entwickeln. Rechne mit einer vorsichtigen Annahme und prüfe, was eine höhere oder niedrigere Anpassung ändert. Wann du frühestens in Rente gehen kannst, zeigt der Renteneintrittsalter-Rechner. Wer nach der Regelaltersgrenze weiterarbeitet, sollte die Aktivrente kennen.

In Zenarios trägst du Entgeltpunkte oder eine eigene Rentenhöhe ein, legst eine jährliche Anpassung fest und siehst, ob dein Plan bis zum Ende trägt. Die App braucht kein Konto. Ihre Regeln sind vereinfacht; eine verbindliche Auskunft gibt nur deine Renteninformation der Deutschen Rentenversicherung.

Selbst nachrechnen

Häufige Fragen

Wie hoch ist die Rentenerhöhung 2027?

Sie steht noch nicht fest. Der Rentenversicherungsbericht 2025 rechnet für Juli 2027 mit einem Rentenwert von 44,32 Euro, allerdings auf Basis eines angenommenen Werts für 2026. Gemessen am tatsächlichen Wert von 42,52 Euro wären das etwa 4,2 Prozent. Der verbindliche Wert wird im Frühjahr 2027 bekanntgegeben.

Wie hoch war die Rentenerhöhung 2026?

Zum 1. Juli 2026 stieg der aktuelle Rentenwert um 4,24 Prozent von 40,79 auf 42,52 Euro je Entgeltpunkt. Ohne die Haltelinie von 48 Prozent hätte die Formel 4,05 Prozent ergeben.

Muss ich die Rentenerhöhung versteuern?

Ja, in voller Höhe. Der steuerfreie Teil der gesetzlichen Rente wird im Jahr nach dem Rentenbeginn als fester Eurobetrag festgeschrieben, regelmäßige Anpassungen ändern ihn nicht. Ob tatsächlich Steuer anfällt, hängt von deinem gesamten zu versteuernden Einkommen ab.

Wann wird die Mütterrente III ausgezahlt?

Wer schon Rente bezieht, erhält ab 1. Januar 2027 für jedes vor 1992 geborene Kind 0,5 zusätzliche Entgeltpunkte. Laut Deutscher Rentenversicherung wird der Zuschlag ab 2028 ausgezahlt, mit einer Nachzahlung für 2027.

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Geschrieben vom Entwickler von Zenarios, einem Softwareingenieur. Die Beispiele erläutern Finanzplanung und das Produkt; sie sind keine individuelle Finanz-, Steuer- oder Rechtsberatung.