Ratgeber / Lebensentscheidungen

Kinderdepot oder Frühstart-Rente: So legst du Geld für dein Kind an

Das Staatsgeld der Frühstart-Rente bleibt bis 65 gebunden, ein Junior-Depot gehört deinem Kind mit 18, dein eigenes Depot bleibt flexibel, nutzt aber deinen Freibetrag.

Für Kinder Geld anzulegen geht in Deutschland bald auf drei Wegen: über die geplante Frühstart-Rente mit 10 Euro vom Staat, über ein Junior-Depot auf den Namen des Kindes oder über ein eigenes Depot der Eltern, das gedanklich fürs Kind reserviert ist. Die Wege unterscheiden sich vor allem darin, wem das Geld gehört, wann es verfügbar ist und wie es besteuert wird.

Dieser Ratgeber vergleicht die drei Wege und rechnet durch, was aus 10 Euro im Monat werden kann. Stand: 25. Oktober 2026. Die Frühstart-Rente ist noch nicht in Kraft: Der Bundestag hat sie am 16. Oktober 2026 beschlossen, die Zustimmung des Bundesrats steht noch aus.

1. Drei Wege im Überblick

Vereinfachter Vergleich, Stand Oktober 2026.
Frühstart-RenteJunior-DepotDepot der Eltern
Wem gehört das Geld?dem Kinddem Kindden Eltern
Staatliches Geld10 € im Monat vom 6. bis 18. Geburtstagkeinskeins
VerfügbarStaatsgeld frühestens mit 65; eigene Zuzahlungen laut Vertrag jederzeitab 18 für das Kind alleinjederzeit für die Eltern
Steuern während der AnsparphasekeineFreibeträge des KindesFreibeträge der Eltern
KostenEffektivkosten höchstens 1 %je nach Anbieterje nach Anbieter

2. Frühstart-Rente: Stand und Regeln

Der Bundestag hat das Frühstartrentengesetz am 16. Oktober 2026 beschlossen. Das Gesetz braucht noch die Zustimmung des Bundesrats und ist noch nicht verkündet. Die Deutsche Rentenversicherung schreibt mit Stand 19. Oktober 2026, das Gesetzgebungsverfahren sei noch nicht abgeschlossen. Geplant ist der Start am 1. Januar 2027. Die folgenden Regeln stammen aus den Fragen und Antworten des Bundesfinanzministeriums zur beschlossenen Fassung; Details können sich bis zur Verkündung noch ändern.

  • Betrag: 10 Euro im Monat vom vollendeten 6. bis zum vollendeten 18. Lebensjahr, insgesamt 1.440 Euro über zwölf Jahre.
  • Jahrgänge: Start mit den Geburtsjahrgängen 2020 und 2021. Der Jahrgang 2020 bekommt das Geld rückwirkend ab 1. Januar 2026. Ab 2028 kommt jedes Jahr der Jahrgang dazu, der sechs wird. Kinder, die vor 2020 geboren sind, bekommen nichts.
  • Konto: Ein Standarddepot-Vertrag Altersvorsorge auf den Namen des Kindes, den du ab 1. Januar 2027 bei einem zertifizierten Anbieter abschließen kannst. Ein bestehendes Kinder- oder Junior-Depot reicht nicht. Der Anbieter beantragt das Geld mit der Steuer-Identifikationsnummer des Kindes.
  • Ohne eigenen Vertrag: Die Bundesbank legt das Geld gesammelt an. Der Anspruch lässt sich bis zum 35. Geburtstag in einen eigenen Vertrag übertragen, sonst verfällt er.
  • Kosten: Effektivkosten höchstens 1 Prozent im Jahr; auf das staatliche Geld dürfen keine Abschluss- und Vertriebskosten erhoben werden.
  • Zuzahlungen: Eltern, Großeltern oder andere dürfen zusammen bis zu 6.840 Euro im Jahr einzahlen. Steuerlich absetzen können sie das nicht.
  • Steuern: Erträge sind während der Ansparphase steuerfrei. Später wird die Auszahlung aus dem Staatsgeld voll versteuert; bei eigenen Zuzahlungen wird der Ertrag versteuert.

Das Staatsgeld und seine Erträge sind bis zum 65. Geburtstag gebunden. Für Führerschein oder Studium ist die Frühstart-Rente also nicht gedacht. Eigene Zuzahlungen und deren Erträge darf das Kind laut Vertrag früher entnehmen; dann werden die Erträge versteuert. Ab 18 kann der Vertrag als gefördertes Altersvorsorgedepot weiterlaufen.

3. Was aus 10 Euro im Monat wird

Die Rechnung: 144 Monatsraten von 10 Euro vom 6. bis zum 18. Geburtstag, danach keine Einzahlungen mehr. Die Rendite ist nach Kosten angegeben und bleibt jedes Jahr gleich. Die Spalte in heutiger Kaufkraft rechnet mit 2 Prozent Inflation im Jahr ab dem sechsten Geburtstag.

1.440 Euro Einzahlung, Werte vor Steuern. Rechenbeispiel, keine Prognose.
Rendite pro Jahr nach KostenMit 18Mit 67Mit 67 in heutiger Kaufkraft
3 %1.726 €7.348 €2.196 €
5 %1.953 €21.334 €6.375 €
7 %2.215 €60.969 €18.218 €

Mit 18 ist der Zinseszinseffekt noch klein. Erst die 49 Jahre danach machen den Unterschied, und die Spanne zwischen 3 und 7 Prozent ist riesig. Die Frühstart-Rente allein ersetzt also keine Altersvorsorge; sie ist ein Startkapital und ein Anlass, früh über Geldanlage zu sprechen. Im Frühstart-Rente-Rechner kannst du Rendite, Kosten und eigene Zuzahlungen ändern. Der Zinseszinsrechner zeigt dieselbe Mechanik für beliebige Beträge.

4. Junior-Depot im Namen des Kindes

Ein Junior-Depot ist ein normales Wertpapierdepot, das auf das Kind läuft und von den Eltern verwaltet wird. Das Geld darin ist eine Schenkung an das Kind und lässt sich nicht einfach zurückholen. Eltern dürfen es nur im Interesse des Kindes verwenden. Mit 18 verfügt das Kind allein darüber, ob es damit studiert, reist oder ein Auto kauft.

Steuerlich ist das Kind ein eigener Steuerzahler. Ihm steht der Sparerpauschbetrag von 1.000 Euro zu, und mit einer Nichtveranlagungs-Bescheinigung bleibt auch der Grundfreibetrag von 12.348 Euro (2026) frei, wenn das Kind sonst kein Einkommen hat. Erträge in dieser Höhe bleiben dann steuerfrei, was für die meisten Kinderdepots reicht. Eltern mit eigenem Depot nutzen ihren Pauschbetrag dagegen oft schon selbst.

Drei Grenzen solltest du kennen:

  • Familienversicherung: Das Kind bleibt nur kostenlos in der gesetzlichen Krankenversicherung mitversichert, wenn sein regelmäßiges Gesamteinkommen 2026 nicht über 565 Euro im Monat liegt, also einem Siebtel der Bezugsgröße nach § 10 SGB V. Kapitalerträge können dazu zählen. Bei großen Depots frag die Krankenkasse.
  • BAföG: Eigenes Vermögen des Kindes wird beim BAföG angerechnet, soweit es über 15.000 Euro liegt (unter 30 Jahren, § 29 BAföG). Vermögen im Depot der Eltern zählt dort nicht als Vermögen des Kindes.
  • Schenkungsteuer: Jeder Elternteil kann einem Kind innerhalb von zehn Jahren 400.000 Euro steuerfrei schenken. Für normale Sparpläne ist das kein Thema.

5. Eigenes Depot der Eltern, fürs Kind reserviert

Die flexibelste Lösung: Du sparst im eigenen Depot und behältst die Kontrolle. Das Geld kann später den Führerschein, die erste Wohnung oder das Studium bezahlen, oder in einer schwierigen Phase den eigenen Haushalt stützen. Das Kind bekommt es erst, wenn du es verschenkst, und dann zu einem Zeitpunkt, den du wählst.

Der Nachteil sind die Steuern: Erträge zählen bei dir und verbrauchen deinen Sparerpauschbetrag von 1.000 Euro, bei Zusammenveranlagung 2.000 Euro. Darüber fällt Abgeltungsteuer an. Bei einem kleinen Sparplan ist der Unterschied gering; bei 100 Euro im Monat über 18 Jahre kann er spürbar werden.

6. So kombinierst du die Wege

Für Kinder ab Jahrgang 2020 spricht viel dafür, die Frühstart-Rente mitzunehmen, sobald sie beschlossen ist und Anbieter zertifizierte Standarddepots anbieten: Das Staatsgeld gibt es nur dort. Für eigenes Geld der Familie ist das Standarddepot nicht automatisch der beste Ort. Die Kostengrenze von 1 Prozent ist höher als die Kosten eines günstigen Welt-ETF, und Zuzahlungen bringen keine Zulage.

Ein Beispiel für zusätzliche 50 Euro im Monat von der Geburt bis 18 bei 5 Prozent Rendite nach Kosten: Daraus werden rund 17.263 Euro bei 10.800 Euro Einzahlung. Ob das Geld besser im Junior-Depot oder bei dir liegt, hängt davon ab, ob du dem 18-Jährigen die volle Verfügung zutraust und ob BAföG oder Familienversicherung eine Rolle spielen könnten.

Vorher kommt die Frage, ob das Familienbudget überhaupt Raum lässt. Der Ratgeber Kind und Elternzeit finanzieren zeigt, wie Elterngeld, Betreuung und neue Kosten zusammenspielen. Ein Notgroschen ist wichtiger als ein Kinderdepot.

7. Im Familienplan rechnen

In Zenarios legst du Kinder, Elternzeit, Sparpläne und Konten in einem Plan an und siehst, wie ein Kinderdepot neben Eigenheim, Teilzeit und Ruhestand wirkt. Die App braucht kein Konto. Die Regeln sind vereinfacht; sie ersetzen keine Steuer- oder Anlageberatung. Ob und wann die Frühstart-Rente startet, entscheidet der Bundesrat. Dieser Ratgeber wird aktualisiert, sobald das Gesetz verkündet ist.

Selbst nachrechnen

Häufige Fragen

Ist die Frühstart-Rente schon beschlossen?

Noch nicht vollständig. Der Bundestag hat sie am 16. Oktober 2026 beschlossen, die Zustimmung des Bundesrats steht aus, und das Gesetz ist noch nicht verkündet. Geplant ist der Start am 1. Januar 2027 mit den Geburtsjahrgängen 2020 und 2021.

Kann die Frühstart-Rente auf ein bestehendes Kinderdepot fließen?

Nein. Sie wird nur auf einen zertifizierten Standarddepot-Vertrag Altersvorsorge im Namen des Kindes gezahlt, der ab 1. Januar 2027 abgeschlossen werden kann. Ohne eigenen Vertrag legt die Bundesbank das Geld gesammelt an, bis es in einen eigenen Vertrag übertragen wird.

Wem gehört das Geld im Junior-Depot?

Dem Kind. Eingezahltes Geld ist eine Schenkung, die Eltern nur im Interesse des Kindes verwenden dürfen, und ab 18 verfügt das Kind allein darüber. Sparerpauschbetrag und Grundfreibetrag des Kindes können die Erträge steuerfrei halten.

Was wird aus 10 Euro im Monat vom 6. bis 18. Geburtstag?

Aus 1.440 Euro Einzahlung werden bei 5 Prozent Rendite nach Kosten rund 1.950 Euro mit 18 und rund 21.300 Euro mit 67, vor Steuern. Bei 3 Prozent sind es mit 67 rund 7.300 Euro, bei 7 Prozent rund 61.000 Euro. Das sind Rechenbeispiele, keine Prognosen.

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Geschrieben vom Entwickler von Zenarios, einem Softwareingenieur. Die Beispiele erläutern Finanzplanung und das Produkt; sie sind keine individuelle Finanz-, Steuer- oder Rechtsberatung.