Glossar

Realrendite: Rendite nach Inflation richtig berechnen

Die Realrendite ist die Rendite einer Geldanlage nach Abzug der Inflation, also der Zuwachs an Kaufkraft. Sie berechnet sich als (1 + nominale Rendite) ÷ (1 + Inflationsrate) − 1. Bei 5 % Rendite und 2,2 % Inflation sind das 2,74 %.

Auch: reale Rendite · inflationsbereinigte Rendite · Realzins · Real Return

Eine Rendite von 5 % klingt gut. Steigen die Preise im selben Jahr um 3 %, kannst du dir am Jahresende aber nur rund 2 % mehr leisten. Dieser Zuwachs an Kaufkraft ist die Realrendite. Für jede Planung über viele Jahre ist sie die entscheidende Zahl. Stand: Oktober 2026.

Die Formel

Realrendite = (1 + nominale Rendite) ÷ (1 + Inflation) − 1

Die bekannte Abkürzung „Rendite minus Inflation“ ist eine Näherung. Bei kleinen Werten liegt sie nah am genauen Ergebnis, bei hohen Werten weicht sie ab.

Inflation in Deutschland

Das Statistische Bundesamt meldet für 2025 eine Inflationsrate von 2,2 % im Jahresdurchschnitt, genauso viel wie 2024. Im September 2026 lag die Rate bei 3,3 %, vor allem wegen gestiegener Energiepreise. Ohne Nahrungsmittel und Energie waren es 2,4 %. Welche Rate für die nächsten 30 Jahre gilt, weiß niemand. Für die Planung brauchst du deshalb eine Annahme, und es hilft, auch einen höheren Wert als Szenario durchzurechnen.

Beispiele

Nominale Rendite Inflation Realrendite
5,0 % 2,2 % 2,74 %
5,0 % 3,3 % 1,65 %
2,0 % (Tagesgeld) 2,2 % −0,20 %

Über 30 Jahre: 100.000 € wachsen mit 5 % nominal auf 432.194 €. In heutiger Kaufkraft bei 2,2 % Inflation sind das 224.984 €, also gut die Hälfte. Beide Zahlen beschreiben dasselbe Ergebnis, sie messen es nur in verschiedenem Geld.

Steuern machen es schlechter

Die Abgeltungsteuer wird auf die nominale Rendite erhoben, nicht auf die reale. Auch der Teil der Zinsen, der nur die Inflation ausgleicht, wird besteuert.

Beispiel Tagesgeld: 2 % Zinsen, Sparerpauschbetrag schon ausgeschöpft. Nach 26,375 % Steuer bleiben 1,47 %. Bei 2,2 % Inflation ist die Realrendite nach Steuern −0,71 %. Das Guthaben wächst in Euro und verliert trotzdem an Kaufkraft.

Bei Aktien-ETFs ist der Effekt kleiner, weil die Steuer erst beim Verkauf oder über die Vorabpauschale anfällt und die Teilfreistellung 30 % freistellt.

Häufige Fehler

  • Nominal und real mischen. Wer das Zielvermögen in heutigen Euro angibt, muss auch mit der Realrendite rechnen. Wer nominal rechnet, muss Ausgaben und Rente mit der Inflation steigen lassen.
  • Die aktuelle Inflation fortschreiben. Ein Jahr mit 3,3 % sagt wenig über die nächsten 30 Jahre.
  • Durchschnittsrenditen für sicher halten. William Bengen zeigt 1994, dass ein Plan auf Basis einer durchschnittlichen Realrendite in schlechten historischen Phasen deutlich zu früh leer gewesen wäre. Siehe Sequenzrisiko.
  • Kosten vergessen. Fondskosten und Depotgebühren gehen direkt von der Rendite ab.

In der Planung

Der Inflationsrechner zeigt, was ein Betrag in einigen Jahren noch wert ist, der Zinseszinsrechner rechnet wahlweise nominal oder in heutiger Kaufkraft. Wie Inflation den Ruhestand verändert, erklärt der Ratgeber Inflation und Ruhestand. Für Entnahmeregeln wie die 4-Prozent-Regel zählt ebenfalls die Realrendite.

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Quellen