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Vermögen nach Alter: Median und Durchschnitt in Deutschland

Der typische Haushalt in Deutschland hat viel weniger, als der Durchschnitt vermuten lässt. Hier sind die Bundesbank-Zahlen nach Alter und wie du sie liest.

Der mittlere Haushalt in Deutschland hatte 2023 ein Nettovermögen von 103.200 €. Der Durchschnitt lag bei 324.800 €. Das Vermögen steigt mit dem Alter bis zur Gruppe der 55- bis 64-Jährigen, deren Median 255.900 € beträgt, und sinkt danach. So zeigen es die Zahlen der Bundesbank. Wichtiger als jede einzelne Zahl ist der Abstand zwischen Median und Durchschnitt.

Die Quelle ist die Vermögensbefragung „Private Haushalte und ihre Finanzen“ (PHF) der Deutschen Bundesbank. In der letzten Welle wurden zwischen Mai 2023 und Februar 2024 insgesamt 3.985 Haushalte befragt. Die Ergebnisse stehen im Monatsbericht April 2025. Die Werte nach Alter stammen aus dem Tabellenanhang. Stand 25. Oktober 2026 ist das die aktuellste veröffentlichte Welle.

Vermögen nach Alter in Deutschland (2023)

Nettovermögen je Haushalt nach Alter der Referenzperson, 2023, nominal. Quelle: Deutsche Bundesbank, PHF 2023, Tabellenanhang, Tabelle 2.
AlterMedianDurchschnitt (Mittelwert)Mittelwert ÷ MedianHaushalte mit Schulden
16–2413.000 €35.400 €2,724 %
25–3419.100 €127.700 €6,749 %
35–4475.100 €238.200 €3,257 %
45–54156.200 €409.600 €2,656 %
55–64255.900 €440.100 €1,744 %
65–74211.900 €411.500 €1,919 %
75+149.400 €348.900 €2,311 %
Alle Haushalte103.200 €324.800 €3,1

Die „Referenzperson“ ist das Haushaltsmitglied mit dem höchsten Einkommen. Ein Paar zählt als ein Haushalt. Vergleiche also das gemeinsame Nettovermögen deines Haushalts, nicht deinen Anteil daran. Die Werte sind in Euro von 2023 angegeben.

Gegenüber 2021 ist der Median nominal leicht gesunken, von etwa 106.600 € auf 103.200 €. Der Durchschnitt stieg von 316.500 €. Nach Abzug der Inflation sind beide gefallen: In Preisen von 2010 sank der Median von 90.500 € auf 76.000 €.

Warum der Durchschnitt täuscht

Der Median ist der Haushalt in der Mitte: Die Hälfte hat mehr, die Hälfte weniger. Der Durchschnitt zählt alles zusammen und teilt durch die Zahl der Haushalte. Wenige sehr vermögende Haushalte ziehen ihn nach oben. In Deutschland besitzen die reichsten 10 % mehr als die Hälfte des gesamten Nettovermögens. Deshalb ist das durchschnittliche Vermögen 3,1-mal so hoch wie der Median.

Am größten ist der Abstand bei den 25- bis 34-Jährigen: Der Durchschnitt liegt bei 127.700 €, der mittlere Haushalt hat 19.100 €. Einige junge Haushalte besitzen eine Immobilie, eine Firma oder ein Erbe. Die meisten haben ein Girokonto, vielleicht ein Auto und einen ersten ETF-Sparplan. Wenn du mit 30 unter dem Durchschnitt liegst, bist du in der großen Mehrheit.

Die Perzentile über alle Haushalte zeigen die Streuung. 10 % der Haushalte haben weniger als 800 €. Die Mitte liegt bei 103.200 €. Zu den oberen 20 % gehörst du ab 473.500 €, zu den oberen 10 % ab 779.500 €. Die oberen 5 % beginnen bei 1.227.900 €.

Auch Wohnort und Wohneigentum machen viel aus. Im Osten liegt der Median bei 35.900 €, im Westen bei 143.200 €. Mieterhaushalte haben einen Median von 18.300 €, Eigentümer ohne Kredit 450.200 €. Ein großer Teil des Altersunterschieds ist das Eigenheim: Bei Haushalten in den Sechzigern ist eine abbezahlte Immobilie oft der größte Vermögenswert.

Was die Bundesbank als Vermögen zählt

Das Nettovermögen ist das Bruttovermögen abzüglich der Schulden. Zum Bruttovermögen gehören:

  • Sachvermögen: Immobilien, Betriebsvermögen, Fahrzeuge, Sammlungen und Schmuck;
  • Finanzvermögen: Guthaben bei Banken, Sparkassen und Bausparkassen, Wertpapiere und Fonds;
  • die positiven Guthaben aus privaten Renten- und Lebensversicherungen.

Zu den Schulden zählen Immobilienkredite und andere Darlehen. Ansprüche aus der gesetzlichen Rentenversicherung sind nicht enthalten. Die Bundesbank begründet das so: Im Umlageverfahren erwerben Beitragszahler nur Ansprüche, kein Vermögen. Das unterschätzt die Lage vieler Angestellter. Wer 40 Rentenpunkte hat, kann beim heutigen Rentenwert von 42,52 € mit etwa 1.700 € gesetzlicher Bruttorente im Monat rechnen. Ein privat gekauftes Einkommen in dieser Höhe würde viel Geld kosten, taucht in der Tabelle aber nicht auf. Auch Pensionsansprüche von Beamten fehlen.

Eine Selbstständige mit 300.000 € im ETF-Depot und ein Angestellter mit 150.000 € und vollem Rentenkonto liegen also weniger weit auseinander, als die Zahlen vermuten lassen.

So vergleichst du dich ehrlich

  1. Rechne mit dem Haushalt. Zähle alle Vermögenswerte aller Personen, die gemeinsam wirtschaften, zum heutigen Marktwert zusammen und ziehe alle Schulden ab, auch Autokredit und Dispo.
  2. Vergleiche mit dem Median deiner Altersgruppe, nicht mit dem Durchschnitt. Sieh dir danach die Perzentile an, um deine Position einzuordnen.
  3. Betrachte die Rente getrennt. Lies die erwartete gesetzliche Rente in deiner Renteninformation nach. Ergänze Betriebsrenten und private Verträge. Mit dem Rentenlücken-Rechner siehst du, was zu deinem Wunscheinkommen noch fehlt.
  4. Halte die Immobilie getrennt. Ein selbst genutztes Haus ersetzt Miete. Seinen Wert kannst du aber nur ausgeben, wenn du verkaufst oder einen Kredit aufnimmst.
  5. Achte auf die Entwicklung, nicht auf die Momentaufnahme. Deine Sparquote und die Zeit, bis du das Geld brauchst, sagen mehr aus als die Frage, ob du dieses Jahr über einem Median liegst.

Vom Vergleich zum Plan

Eine Tabelle zeigt, wo du stehst, aber nicht, ob es reicht. Das hängt davon ab, was du ausgibst, wann du aufhören willst zu arbeiten und welche Renten du bekommst. Drei Rechner beantworten die nächsten Fragen:

  • Der Zinseszinsrechner zeigt, worauf dein heutiges Vermögen und deine Sparrate bis zu einem bestimmten Alter wachsen können.
  • Der FIRE-Rechner schätzt, ab wann Anlagen und erwartete Rente deine Ausgaben decken.
  • Der Rentenlücken-Rechner schätzt die Lücke zwischen gesetzlicher Rente und dem Einkommen, das du dir wünschst.

Bist du in den Fünfzigern und fragst dich, ob du früher aufhören kannst, lies Mit 55 in Rente und Mit 60 in Rente. Den ganzen Weg von Konten über Ziele bis zu Szenarien beschreibt der Ratgeber Finanzplan erstellen.

Selbst nachrechnen

Häufige Fragen

Wie hoch ist das durchschnittliche Vermögen in Deutschland?

Laut Vermögensbefragung 2023 der Bundesbank lag das durchschnittliche Nettovermögen je Haushalt bei 324.800 €, der Median bei 103.200 €. Der Median beschreibt den typischen Haushalt besser, weil wenige sehr vermögende Haushalte den Durchschnitt anheben.

In welchem Alter ist das Vermögen am höchsten?

Haushalte, deren Haupteinkommensbezieher 55 bis 64 Jahre alt ist, haben das höchste Nettovermögen: 2023 im Median 255.900 € und im Durchschnitt 440.100 €. Danach sinkt es, weil im Ruhestand Ersparnisse verbraucht werden.

Zählen Rentenansprüche zum Vermögen?

Ansprüche aus der gesetzlichen Rentenversicherung zählt die Bundesbank nicht zum Nettovermögen, weil im Umlageverfahren Ansprüche und kein Vermögen entstehen. Positive Guthaben aus privaten Renten- und Lebensversicherungen sind dagegen enthalten.

Gilt das Vermögen pro Person oder pro Haushalt?

Die Bundesbank gibt Werte je Haushalt an. Ein Paar zählt als ein Haushalt. Vergleiche also euer gemeinsames Nettovermögen mit der Tabelle, eingeordnet nach dem Alter der Person mit dem höchsten Einkommen.

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Geschrieben vom Entwickler von Zenarios, einem Softwareingenieur. Die Beispiele erläutern Finanzplanung und das Produkt; sie sind keine individuelle Finanz-, Steuer- oder Rechtsberatung.